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Das Val d'Orcia und der Monte Amiata


Das Val d'Orcia - Harmonie von Landschaft und Landwirtschaft - Südliche Toskana


Das Tal des kleinen Flusses Orcia ist gesäumt von vielen Hügeln, die mit ihren Zypressen-Alleen das Bild der Toskana entscheidend geprägt haben, obwohl es sich nur um einen kleinen Teil davon handelt. Besonders die Zeit der Renaissance im 14. und 15. Jht. prägten das Antlitz der reizvollen Landschaft entscheidend. Damals wurde das Hinterland von Siena stärker besiedelt und unter Sienas Einfluß entstand auch eine idealisierte Landschaft, welche die gute Regierung widerspiegeln sollte. Regiert wurde Siena von den Sala dei Nove, den 9 Kaufleuten, die es vermochten, die Stadt politisch und wirschaftlich zu einer regionalen Macht aufzubauen. Diese spiegelt sich denn auch in der umliegenden Landschaft ab. Die Hügel werden auch heute landwirtschaftlich genutzt. Neben Getreide werden Sonnenblumen und Olivenbäume angebaut und gepflegt. Im Bereich des Chianti wechselt die Bewirtschaftung, hier dominiert der Weinanbau.

monte amiata

Das Tal wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben - nicht ohne Grund: Nahezu keine Industrie, extensive Landwirtschaft, keine Zersiedelung, dafür eine Vielzahl kleinerer Städte mit mittelalterlichem Stadtbild. Der überwiegende Teil der Menschen lebt vom Tourismus, sowie von der Landwirtschaft, bei der Getreideanbau, Weinbau, Olivenbäume und Viehhaltung die wichtigsten Aspekte darstellen.

toscana detail
Viele der Höfe hatten bis in die 1980er - Jahre keinen Stromanschluß. Fast selbstverständliche wird auch mit Holz geheizt, denn das gelieferte Gas ist übermäßig teuer. Hingegen ist das frisch geschnittene Holz der Olivenbäume in doppelter Hinsicht wertvoll: Ziegen und Schafen dienen die Blätter als willkommenes Grünfutter, die kahlen Äste sind jedoch ein hervorragendes Brennmaterial für den Holzbackofen. Denn das junge Olivenholz sorgt für ein rasches Erwärmen der Steine. Und nur auf wirklich heißen Steinen kann ein schmackhaftes Brot gebacken werden.

frisches brot, holzbackofen
Das Val d' Orcia bietet eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten: warme Thermen, hübsche Weinstädte wie Montalcino, aus welcher der berühmte Brunello stammt. Oder Montepulciano, das seine besten Weine mindestens 3 Jahre im Faß reifen läßt, damit sie den Titel "Nobile" tragen dürfen.
Auch Pienza gehört in diese Reihe, obwohl nicht für den Weinbau bekannt, sondern für die Käse- und Wurst-Spezialitäten, die im direkten Umland erzeugt werden. Gerade zu klassisch ist ein Besuch der Abtei Sant' Antimo in der Nachbarschaft von Montalcino. Die Ursprünge dieses baulichen Meisterwerks liegen in der Karolingerzeit. Heute hat sich wieder eine kleine Gruppe französischer Mönche dort angesiedelt. Wer vormittags kommt und Glück hat, kann nicht nur die Ruhe dieses Kraftortes spüren, sondern möglicherweise auch dem Klarinettenspiel des Kaplans lauschen.

sant antimo

Das milde Klima dieses Landstriches gibt den dort wohnenden Menschen Gelassenheit, und den Gästen oft das Gefühl, die Zeit zu vergessen.
Akazien, Pinien und Feigenbäume zeigen schon früh im Jahr ihr frisches Kleid. Bald danach brechen die Weinstöcke auf. Man findet seltene Vogelarten, wie z.B. den Wiedehopf und halbwilde Fasane oder Pfauen können einem bei einer Wanderung schon einmal über den Weg laufen. Hübsche Sukkulenten zieren oft die Gärten, in denen sich natürlich Salbei und Oregano, Thymian und Lavendel finden. Und natürlich auch der Rosmarin, welcher schon früh in Blüte steht.

sukkulenten, toscana
Besonders in den Abendstunden zeigt sich das hügelige Land besonders reizvoll. Dann löst die späte Sonne die vielen Erhebungen aus ihrem milden Schatten zu vielfäliger Dimensionalität.

val d'orcia, abendstimmung
Wenn Sie in die Südliche Toskana kommen, müssen Sie unbedingt die köstlichen Schafs- und Ziegenkäse probieren. Machen Sie aber nicht den Fehler im nächstbesten Laden zu kaufen. Touristenware ist teuer und kommt von irgendwo her. Schauen Sie besser, ob in der Gegend Schafe gehalten werden. Dann können Sie sicher sein, dass auch regionaler Käse angeboten wird. Am besten holen Sie ihn direkt am Hof, denn Sie haben dann die Möglichkeit, ganz seltene Sorten zu probieren, wie z.B. einen Pecorino im Kleiemantel. Die Rinde dieser Käsesorte nimmt den Geschmack der Kleie auf und gibt ihm ein ganz spezielles Aroma. Ebenso ist es auch üblich, die Laibe in Asche reifen zu lassen. Dies macht sie besonders kräftig-würzig.

pecorino in kleieDas hübsche Städtchen Pienza gilt als die Hochburg des Pecorino. Ein Ausflug wird mit einem herrlichen Blick über Land belohnt. In der Umgegend liegen zahlreiche Bio-Höfe, die von hier aus erwandert werden können, vorbei an Olivenhainen und Schafweiden.

pienza, pecorino hochburg